Sonntag, 2. August 2009

Los-Angeles-Rückschau

Und schon ist leider die Zeit in LA wieder vorbei, vor allem die gemeinsame Zeit mit Ben. Heute morgen habe ich ihn zum Flughafen gebracht, damit er von dort nach San Francisco fliegen konnte um am morgigen Montag wieder fleißig im Labor handwerken kann. Trotzdem verdient der Samstag noch ein wenig Aufmerksamkeit, denn er war ja so voll, dass ich am Abend nicht mehr so richtig in der Lage war, noch eine Zusammenfassung zustande zu bringen.
Da ich LA ja schon vom Vorjahr kannte, habe ich Ben vorgeschlagen, dass wir Samstag vormittag zum Getty Center rauffahren bzw. bis zu Tiefgarage und von dort in die museumseigene Monorail steigen und in die Berge von Brentwood hinaufahren. Der Jean Paul Getty hatte irgendwie zu viel Geld im Ölgeschäft verdient und wollte damit etwas Gutes tun. Eines, was dabei rauskam, war das Jean Paul Getty Museum, dass in einem Komplex hoch über Los Angeles thront und schon einerseits von weitem zu sehen ist, andererseits von der hektischen Welt da unten entrückt wurde. Deshalb kann man ja auch nicht mit dem Auto rauffahren, sondern muss sich selbst entrücken lassen (durch die Monorail) in eine Welt der Kunst und kunstvollen Architektur. Durch die Gebäude und Gärten könnte man den ganze Tag (Eintritt frei) streifen und endlos Fotos produzieren. Für uns kam das nicht in Frage, denn wir hatten uns noch anderes vorgenommen: das Hollywood Sign, der viel berühmtere Schriftzug in den Hügeln. Ein millionenfach abgelichtetes Motiv, von dem auch wir unsere eigenen Abzüge machen wollen.

Jean Paul Getty's Sonnenschirme.

Also runter von Getty's Bergmuseum und auf den Mulholland Drive, einer Straße, die immer entlang der Hügelketten führt, von denen der Großraum Los Angeles eingeschlossen ist. Irgendwann müßte die Straße ja auch mal an den Buchstaben vorbeiführen. So richtig informiert waren wir allerdings nicht, so dass es reiner Zufall war, dass wir an einem Scenic Overview vorbeikamen, von dem aus sich ein phantastischer Blick auf den Schriftzug bot. Vielleicht etwas weit entfernt, aber immerhin. Das Hollywood Sign wurde mal errichtet als Werbung für Landverkauf in den Hügeln, deshalb hieß es ursprünglich auch Hollywoodland. Film und Fernsehen haben dafür gesorgt, dass aus der bloßen Werbung eine Ikone wurde, besucht von Hunderttausenden. Und diese Leute müssen irgendwie zu den akzeptablen Aussichtspunkten geleitet werden, ehe sie auf eigene Faust durch die dem Sign nahegelegenen Wohngebiete fahren... Wir haben dann die Suche nach noch günstigeren Foto-Standorten ebenfalls eingestellt und sind ohne Zeitverzug in die Downtown von LA gefahren. Fototermin an der Disney Concert Hall. Das darf nicht fehlen. Dann durch das fast unbelebte Hochhausviertel in die historische Downtown, von der ich nicht wußte, dass es die überhaupt gibt. Hier allerdings ist ordentlich was los, wenn auch wir zwei als Mitteleuropäer ziemlich aufgefallen sind. Vorherrschende Sprache war hier spanische und die Leute sahen (bis auf uns beide) auch so aus. Mir war bei der ganzen Sache nicht ganz wohl, aber Ben blieb unbesorgt. Schön, er kann ja auch ganz nett mit den Leuten in Englisch und Spanisch sprechen...

Das Hollywood Sign

Am Abend wollten wir uns dann noch ein schönes Dinner gönnen, aber im Umkreis des Hotels gab es nur Systemgastronomie, um es mal vornehm auszudrücken. Also sind wir den ganzen Weg vom Hotel bis zum Ocean Frontwalk, 27 Straßenblöcke (!) runtergelaufen, um in das Geschäftszentrum von Santa Monica zu kommen, wo, so dachten wir, ja wohl irgendeine Gaststätte zu finden sein müsste. War es auch, allerdings waren nicht nur wir zwei auf diese gute Idee gekommen, sondern offenbar ganz Santa Monica und umliegende Kommunen. Rund um die 3. Straße tobte das Leben, Straßenkünstler, Krishna-Gruppen, offene Kneipen mit Freisitzen und tausende von Leuten waren unterwegs. Nach einigem Hin und Her haben wir uns dann für eine Sushi-Bar entschieden, das kannte Ben noch nicht. Essen wurde hier mit Stäbchen gereicht und das ist eine etwas knifflige Angelegenheit. Wir waren jedoch so fit, dass wir darauf verzichten konnten, die Sushirollen mit den Stäbchen aufzuspießen. Essen mit Stäbchen ist eine elegante Sache und Sushi ist ein wahnsinnig leckeres Essen, und so war der Abend ein schöner Abscluß für die Zeit in Los Angeles. Ein wenig unsicher war ich mir noch mit dem Flughafen, aber in einer Welt, die völlig auf den Individualverkehr ausgerichtet ist, ist auch dieses kein Problem. Wenn man erstmal die richtige Einfahrt zum Flughafen gefunden hat, dann muß man sich noch entscheiden, ob man zum Ankunfts-Terminal (Arrivals) oder zu den Abflugterminals (departures) will. In der Terminalstraße steht dann jeweils aufgeschrieben, welche Fluglinie an welcher Tür zu finden ist und am Ende der Runde geht es gleich wieder auf die Interstate-Autobahn. Einfacher gehts nicht.
Was ich mit dem Rest des Sonntags gemacht habe, steht dann im nächsten Beitrag.

Auch in Los Angeles schrauben sich die Wolkenkratzer in den Himmel...

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