Montag, 19. Juli 2010

Einmal Yosemite und zurück

Das etwa dreitausendfünfhundert Einwohner zählende Örtchen Bishop liegt irgendwo zwischen der Sierra Nevada und dem Death Valley, also anders ausgedrückt: im Nichts. Und aufgrund meiner ursprünglichen Ideen, die sich als nicht durchführbar erwiesen, hatte ich hier 2 Übernachtungen gebucht. Gestern noch war ich recht zuversichtlich, vonb hier aus den Yosemite Nationalpark besuchen zu können um danach ganz bequem wieder zurückzufahren. Aber das war doch etwas optimistisch und vor allem erwies es sich im Verlauf des heutigen Tages als unsinnig und gleich auch noch als ärgerlich hinsichtlich der Hotelausstattung. Letztere hatte nämlich schon gestern ihre Anfälligkeit bewiesen, als der Internetzugang erst gar nicht, dann schwerlich möglich war. Nachfragen von mir und anderen am front desk (da, wo die Schlüssel ausgegeben werden) brachten nur Schuterzucken und die Aussage: "es müsse wohl an deinem Notebook liegen, hier geht ja alles..." Was soll man da noch diskutieren. Stattdessen verlege ich mich darauf, derartige Umstände in den Hotelbewertungen im Internet niederzulegen, wo sie auf jeden Fall von tausenden anderen Reisenden gelesen werden. Aber anscheinend hat die schiere Masse der Gäste-Beschwerden beim Management doch zu einem Umdenken geführt, denn als ich heute abend von meinem ausgedehnten Tagesausflug wiederkam, gab es ein völlig neues Login-System und neue Paßwörter und nun geht es auch zuverlässig. Na bitte.
Während die also an ihrem System herumgedoktort haben, habe ich mich heute morgen gegen 9.00 Uhr auf den Weg in den Yosemite Nationalpark gemacht. Von Osten her geht das im Sommer über den Highway 120, eine Straße, die wieder mal in endlosen Serpentinen die Berge bis auf 3000 Meter hinaufführt und die deswegen auch nur in den Sommermonaten befahren werden kann. Von den bis zu 4000 Meter hohen Berggipfeln winkt der Schnee noch herunter.
Allerdings zieht sich die Strecke hin: von Bishop bis zur Parkeinfahrt ungefähr 70 Meilen, dann noch einmal ca 60 Meilen bis zum Yosemite Valley, dem zentralen Teil des Parks, der von über 3 Millionen Menschen jährlich besucht wird. Die Meilen ziehen sich hin und die Uhr tickt. Obwohl ich früh losgezogen bin, war mir recht bald klar, dass eine den Schönheiten des Parks angemessene Besuchsdauer wohl nicht möglich sein wird, wenn ich bei Tageslicht und einigermassen munter wieder in Bishop zurücksein wollte. Und gerade letzteres löste bei mir noch den inneren Ärger aus, denn ohne die zwei gebuchten Nächte dort hätte ich wunderbar nach Westen weiterfahren können, ohne die lange Rückfahrt... naja, auch Reiseplanung ist ein großes Lernfeld. Was gibts aber nun im Yosemite zu sehen: kurz gesagt: viele riesengroße Steine, sprich monolithische Berge aus Granit und jede Menge Natur. Der Park ist im Grund ein Paradis für Camper, Hiker, Fahrradfahrer. Autofahrer kommen auch gut zurecht, aber die wahre Schönheit ist wahrscheinlich nur mittendrin erlebbar, nicht unbedingt von der Straße aus. Immerhin gibt es aber wie üblich die Park-Karte mit allen wichtigen Anlaufstellen und Aussichtspunkten auf die Sehenswürdigkeiten. Und da ist vor allem dieser sehr bekannte Berg mit dem Namen Half Dome zu nennen: ein Granitbrocken von 2.600 Metern Höhe in Form einer halb abgeschnittenen Kugel, der viele Betrachter, Fotografen und Designer inspiriert hat, angefangen von den ersten Bewohnern des Gebietes über die weißen Entdecker bis zu den Designern der Marke "The North Face", die den Berg in ihr Firmenlogo übernommen haben.
Das habe ich mir angesehen und dann musste ich schon wieder den Rückweg antreten. Immerhin, zurück im Hotel hatte ich dann die Möglichkeit, die morgige Route zu planen und die führt - so will es die Geografie Kaliforniens - abermals direkt durch den Park hindurch. Gut, dass das Parkticket eine Woche lang gilt. Vielleicht kann ich dann morgen noch den einen oder anderen Abstecher machen. Übernachten werde ich dann in Modesto, im Central Valley. Für heute reichts erstmal.

Der Half Dome taucht immer mal wieder auf, sei es in Filmen, Fernsehen oder der Werbung...
oder in diesem Blog.


1 Kommentar:

Mirko hat gesagt…

Wiki sagt, dass es im Park schöne Wasserfälle gibt. Vielleicht hast du ja die Möglichkeit, bei einem solchen vorbei zu schauen. Abgesehen von der Schönheit eines Wasserfalles beim betrachten, kann fließendes Wasser auf so unterschiedliche Art abgebildet werden. Das finde ich ganz spannend.

Sach den Leuten in den Hotels mal, dass eine stabile und schnelle Internetverbindung immens wichtig ist, schließlich sitzen auf der anderen Seite des Planeten Menschen, die auf dem laufenden bleiben wollen.
Du hast also so etwas wie einen Bildungsauftrag. :-)
Bis morgen.
Mirko