Mittwoch, 13. Oktober 2010

Kinder, Kinder!

Tansania - statistisch gesehen ein recht junges Land. 44% der Menschen sind unter 14 Jahre alt. Im Vergleich: in Deutschland sind es knapp 14%. Geburtenrate in Tansania:35 Geburten pro Tausend Menschen. damit steht das Land an 38. Stelle auf der Welt. In Deutschland beträgt die Rate knapp 9 pro Tausend und unser Platz im Ranking ist der viertletzte (218.) (Vor Tansania stehen ganz oben im Ranking Länder wie Niger, Uganda oder Afghanistan mit Geburtenraten um die 50 pro Tausend Einwohner.) Demgegenüber steht in Tansania eine Sterberate von 13 pro Tausend und man kann sich leicht vorstellen, wohin die Kurve der Gesamtbevölkerungszahl geht: steil nach oben. Vor 10 Jahren hatte das Land 35 Millionen Einwohner, jetzt hat es etwa 41 Millionen.

Zwei Jungs in Kipingo

Wie kann wohl Europa ihr am besten helfen?
 
Kontakt mit der Technik. Vielleicht sind ein paar unter ihnen, die noch nie ihr eigenes Bild gesehen haben?

Wenn man sich in Lugala bewegt, oder im Nachbarort Malinyi oder über Land fährt: überall viele viele Kinder an den Straßen. Bei uns wäre das der Traum jedes Rentenstatistikers, aber in Tansania wollen alle diese Kinder Essen und Trinken wie jeder Mensch. So viele wie möglich sollen zumindest Lesen und Schreiben lernen. Und wir Gäste aus Europa emfinden, dass sie und ihre erwachsenen Mitmenschen ein Mindestmaß an medizinischer Grundversorgung erhalten sollten. Aber wo führt ein derartiges Bevölkerungswachstum hin? Fürs Kochen braucht man Feuer und für Feuer braucht man Holz = Bäume abhacken. Auch Steine für Wohnhäuser sollen her. Hier werden sie traditionell gebrannt. Noch mehr Holz wird benötigt, noch mehr Bäume. Und damit die Familie einigermassen mit Essen versorgt ist, muss sie sich auf den Mais- und Reis-Feldern abrackern und hoffen, dass es keine zu großen Ernteausfälle gibt. Oder das die Regierung nicht gerade in dem Moment, an dem die Ernte verkauft werden kann, mit Straßenreparaturen beginnt. Das heißt hier: Schotter wird in großen, regelmäßig verteilten Haufen auf die Straße gekippt und kein größerer Lkw (Lorry) kommt mehr vorbei. Die Leute bleiben sitzen auf ihren Reissäcken, die sie verkaufen könnten.
Ein von Armut geprägtes Land bringt auch die unzähligen Armutskrankheiten hervor, die am Lugala-Hospital zu anzutreffen sind. Krankheiten, die selbst unserem gestanden Reisegruppen-Begleitarzt unbekannt waren, da sie hier in Europa in keinem normalen Studium mehr vorkommen. Dort gibt es sie. Die Kinder, werden von diesen Krankheiten von Anfang an begleitet. Was ist da zu tun? Ich weiß es nicht genau. Ein Ansatz könnte die Kontrolle der Geburtenrate sein. Tatsächlich ist die in den letzten Jahren zurückgegangen, von etwa 40 im Jahr 2000 auf jetzt ca. 34 Geburten pro Tausend.
Die Kinder kümmert das, so scheint mir, im allgemeinen wenig. Sie toben und spielen genauso, wie an anderen Orten auf der Welt...

Abschied: Wenn die wazungu auftauchen, ist immer etwas mehr los im Dorf

 Die Daten zur Bevölkerungsstatistik sind dieser Webseite entnommen: http://www.indexmundi.com/ und diese bereitet die Daten aus dem CIA World Factbook auf.

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