Mittwoch, 29. September 2010

Wieder zu Hause

Nun sind die zwei Wochen Tansania schon wieder vorbei und die Berichterstattung hier im Blog ist doch recht dürftig ausgefallen. Die Internet-Verbindung war nicht so gut, wie ich dachte und auch die Zeit ließ nicht jeden Tag einen Bericht zu. Aber wie es bei Dienstreisen so ist, soll nachher ein Bericht entstehen. Das heißt, ich gehe alle meine Notizen durch und natürlich auch die vielen Fotos. Dabei wird auch noch der eine oder andere Artikel über die Fahrt, die Menschen, das Lugala-Hospital und die Landschaft entstehen. Für mich als Erst-Afrika-Reisender war es jedenfalls sehr beeindruckend, wenn auch die mehrstündigen Jeep-Fahrten über Schotter-Staub-Pisten mit Löchern so groß wie Elefanten recht anstrengend sein können. Belohnt wird man damit mit Begegnungen weitab jeglicher Zivilisation und einmal mehr mit wunderschönen Landschaften, die aber auch hier, weit entfernt, von der Globalisierung bedroht sind. Aber dazu später mehr. Für heute noch zwei Bilder:


Über sieben Brücken mußt du gehen...

Sonnenuntergang im Mikumi Nationalpark

Sonntag, 19. September 2010

Habari?

Das heißt so viel wie: "Was gibts neues?" Wie schon geschrieben, ist die Internetverbindung nicht so gut, deshalb kann ich die ganzen Neuigkeiten hier gar nicht in vollem Umfang reinschreiben. Immerhin ist die erste Woche in Tansania vorbei und heute ist auch schon der letzte Tag im Lugala Lutheran Hospital. Morgen, in aller Frühe, starten wir auf einen 400-Kilometer-Trip durch den outreach zu einem Aussenposten des Krankenhauses. Diese Aussenposten, von denen es zwei gibt, ermöglichen medizinische Behandlung auf niedrigem Niveau, aber mit dem Vorteil, dass sie näher an den Leuten dran sind. Da von Lugala kein direkter Weg über den Kilombero führt, muss man bis zur Fähre nach Ifakara zurückfahren, dann auf der anderen Flussseite die gleiche Richtung zurück. Luftlinie von hier aus sind es etwas 40 Kilometer, Fahrstrecke 400km. Man könnte auch das Fahrrad nehmen und sich mit einem Einbaum übersetzen lassen oder zu Fuß durch den Fluss laufen...
Wir werden dort ein paar Reparaturen vornehmen, uns überhaupt überzeugen, dass der Posten noch da ist und dann im Busch übernachten (in einem katholischen Kloster). Von da geht es dann am Donnerstag und Freitag über Ifakara in Richtung Dar es Salaam zurück.
Das ist eine recht gute Straße...

Samstag, 18. September 2010

Habari ya asubuhi

Habari ya asubuhi - Guten Tag oder Guten Morgen. Heute, am Samstag, 18. September 2010 ist nun der erste Tag, der es zeitlich und technische erlaubt, mich endlich mal um meinen Blog zu kümmern. Und das mitten aus dem afrikanischen Busch heraus. Der Ort hier heißt Lugala und liegt etwa im Südwesten Tansanias, 3 Autostunden entfernt von der nächstgrößeren Stadt Ifakara. Hier gibt es ein Buschkrankenhaus, das von Deutschland und der Schweiz aus personell, finanziell und technisch seit vielen Jahren unterstützt wird und das regelmäßig von einer deutschen Delegation besucht wird. Lugala liegt sozusagen am Ende einer Welt, die Straße führt noch etwas weiter bis zum Kilombero-Fluss, dort ist Schluß, keine Brücke, keine Fähre. Die Reise vom Flughafen in Dar es Salaam bis hierher dauerte zwei Tage mit Übernachtung in Dar es Salaam nach der Ankunft sowie als Zwischenstation in der nächstgrößeren Stadt Ifakara.Von dort braucht man für das eigentlich kürzere Teilstück nach Lugala etwa 4 Stunden mit dem Auto, um die unendlichen Staubpisten zu überwinden, den sogenannten African Highway - etwa 100 km lang. Das haben wir hinter uns gebracht mit unseren 192 kg Gepäck plus je ca 8 kg Handgepäck, verstaut in und auf einem Toyota-Geländewagen. in Ifakara kamen dazu noch zwei Matrazen, die wir auf dem dortigen Markt erworben haben (nach 20 Minuten langem Feilschen, das zuletzt noch das Verpacken auf dem Dach des Autos umfaßte...) Unser Fahrzeug sah dann wirklich so aus, wie man sich ein Expeditions-Fahrzeug vorstellen muss, innen wie aussen: Alles voller Gepäck, besetzt mit 8 Personen, drei vorne, der Rest hinten in den quer längs eingebauten Bänken. Nur, wer sowas mal mitgemacht hat, weiß, wie es ist, rough roads oder African Highway zu fahren. Und kurz nach der Einfahrt in Lugala, 100 Meter vor dem Ziel steht endlich das Warnschild "BUMPS" an der Straße. Gut, dass es nochmal gesagt wurde...
Leider ist die Netzverbindung so unkontinuierlich, dass das Blogschreiben so beschwerlich wird. Deshalb mache ich hier erstmal Schluß. Es gibt später sicher noch ausführlichere Berichte und Bilder. Letztere können auch hier gefunden werden: http://www.panoramio.com/user/1777006

Sonntag, 12. September 2010

Auf gehts

Die letzte Besorgung habe ich heute gemacht: Geld vom Automaten holen. Nun ist alles eingepackt, wobei das "alles" zum gewichtigsten Teil Dinge sind, die ich gar nicht für mich selber mitnehme, sondern für das Krankenhaus in Lugala. Der Fluggesellschaft wurde eine Reisegruppe mit schwerem Gepäck avisiert und nach deren Bestimmungen darf nun die Gepäckfreigrenze um 10 kg überschritten werden, sofern es sich um Hilfsgüter handelt. Das kann ich für meinen Riesenkoffer mit gutem Gewissen bestätigen: 1 Akkuschrauber, 20 OP-Kittel, ein Absauggerät, diverse Kleidungsstücke und kleine Geschenke. Gerade so habe ich die Tasche zubekommen und die kommt jetzt auf irgendwas knapp über 30kg. Aber der Hauptzweck der Fahrt ist ja, das Hospital zu besuchen und dabei gleich eine Reihe von dringend benötigten Gegenständen mitzunehmen. Das alles wird morgen früh, 5.30 Uhr in Berlin Tegel eingecheckt und dann geht es über Zürich und Nairobi ins südliche Afrika, genauer gesagt nach Dar es Salaam, der größten Stadt Tansanias und von dort weiter ins Landesinnere. Das letztendliche Ziel ist das Dorf Lugala, irgendwo im afrikanischen Busch. Ausser den Menschen, die dort leben und dem Krankenhaus gibt es dort ziemlich nichts. Ich bin gespannt, wie das geht ohne Strom und befestigte Straßen und wie lange es dauert, um dorthin zu kommen. Internet soll es am Krankenhaus geben, so dass auch diese Berichte hoffentlich regelmäßig aktualisiert werden. Und wenn möglich, gibt es auch Fotos, und zwar auf dieser Seite: http://www.panoramio.com/user/1777006
Soweit an dieser Stelle und noch von zu Hause.

Mittwoch, 1. September 2010

Hakuna Matata

Die Überschrift sagt es schon: Englisch ist es nicht und das heißt, Amerika ist fürs erste vorbei. Die Ferien gingen viel zu schnell vorbei und von den Landschaften des Südwestens und New York habe ich viel zu wenig gesehen, aber das nächste Reiseprojekt steht schon an: 2 Wochen Tansania. Sozusagen als dienstliche Reise: Besuch des Lugala Hospitals. Mitten im Busch, mitten drin in Afrika, mitten drin in den Tropen. Einige Vorbereitungen sind schon abgeschlossen, z.B. die ganzen Impfungen. Man glaubt ja gar nicht, was auf anderen Kontinenten so kreucht und fleucht, aber man kann sich auch schützen - ganz wichtig. Ein paar Sachen müssen noch erledigt bzw. gekauft werden. Wiederum andere Sachen sind schon eingetrudelt, z.B. Hosen, die man unten zubinden kann...
Da, wo ich hinfahre, gibt es auch Internet, d.h. in diesem Reiseblog, der ursprünglich mal für "Amerika 2008" entstanden ist, wird nun auch Tansania eingehen!