Sonntag, 26. Juli 2015

Es geht wieder was

Gestern hatte ich von den wenig erfolgreichen Vorhaben geschrieben. Heute hat sich das Ganze schön gewendet und der Tag war sehr erfolgreich. Und das schon um 10.00 Uhr am Morgen, Utah-Zeit.
Gestern hatte ich ja die Lotterie für die Eintrittserlaubnis (Permit) in die Coyote Buttes North verpasst, weil in Arizona die Uhren alle eine Stunde nachgehen. Am heutigen Morgen - ich wollte das nicht auf mir sitzen lassen - bin ich also eine Stunde früher los, was ganz gut war, so konnte ich das komische Hotel in Page ebenfalls eine Stunde früher verlassen, nämlich um 5.45 Uhr. Heute morgen gab es dort nicht mal mehr warmes Wasser...
Vor mir lag zum zweiten Mal die lange 70-Meilen-Fahrt nach Kanab/Utah, welches ich dann um ca. 8 Uhr erreicht habe und somit eine gute halbe Stunde vor Beginn des Lotterie-Prozederes. Gegen 8.30 hatten sich dann auch schon etwa 50 Leute versammelt, die alle von den begehrten und auf 10 Personen limitierten Permits etwas abhaben wollten. Zur Erläuterung: das Naturschutzgebiet Coyote Buttes North darf pro Tag von 20 Personen betreten werden. 10 Permits werden termingebunden ein Vierteljahr vorher per Internet verlost und 10 weitere Personen werden am Vortag in Kanab bei einer Lotterie ausgelost. Das fand also heute statt. Zunächst ein bisschen Papierkram ausfüllen, Name, Adresse, Autonummer etc. Dann hat die Rangerin, die das Ganze durchführte, jede Application (Bewerbung) mit einer Nummer versehen. Meine hat die 7 bekommen. Nach ein bisschen hin und her und Geschichten erzählen und Zeit schinden wurden dann Punkt 9 Uhr die erforderliche Anzahl nummerierter Kugeln in eine Lostrommel getan und - wie könnte es anders sein: die erste gezogene Nummer war die 7! Meine Bewerbung. Somit werde ich dann morgen einer von 20 Wanderern sein, der dieses riesige Naturschutzgebiet betreten wird, doch es gibt dort nur ein Ziel, dass ich dann morgen vorstellen werde.


Während sie noch Geschichten erzählt, dreht die Rangerin die Lostrommel
zum ersten Auslosungsdurchgang. Gleich darauf wird die Kugel mit der Nummer 7 ausgeworfen. Meine!

Die restliche Lotterie war denn auch schnell vorbei, denn jede Bewerbung kann eine Person oder eine Gruppe bis maximal 6 Mitgliedern umfassen, die Summe von 10 Personen darf aber keinesfalls überschritten werden. Nach mir wurde noch ein Paar, also 2 Personen aus Deutschland und weitere 2 Personen aus Spanien gezogen, macht 5. Dann fiel das Los auf eine Gruppe Chinesinnen, die aber 6 Leute waren. Von denen muss nun einer zu Hause oder im Hotel bleiben. Die Rangerin erzählte noch vorher, dass hier an Ort und Stelle schon ganze Familienstreitereien ausbrachen wegen der Frage, wer nicht mitgeht oder ob die ganze Gruppe auf ihr Permit verzichten soll... Naja, das Problem hatte ich nicht.

Nachdem die Verlierer dann den Raum verlassen hatte, gab es noch eine kurze Einweisung und ein paar detaillierte Landkarten und Wandermaterial und dann war der Haupt-Traktand des Tages gegen 9.50 Uhr erledigt. Was nun? Erstmal frühstücken. In einem kleinen Bed&Breakfast, welches auch ein kleines Restaurant beherbergte. Und anschliessend? Für's Hotel war es viel zu früh und für einen längeren Ausflug bereits zu spät. Doch vor Kanab gab es noch den Johnson Canyon, den ich auf der Karte gesehen hatte. Also da hin und noch einmal quer durch durchs Grand Staircase-Escalante Monument. Zurück ging es ein weiteres Mal über die Cottonwood Canyon Road, die ich ja schon kannte, doch so gab es eine schöne Rundfahrt von ca. 200 Meilen, davon 160 aus Schotter und Sand... Das wird dann auf dieser Reise auch die letzte Gelegenheit für derartigen Spass gewesen sein, denn einen anderen Punkt (das hatte ich gestern nämlich noch vergessen zu schreiben) musste ich auch streichen: den Tuweep Point am Grand Canyon. Mit sagenhaften 1000 Metern Abgrund und noch gigantischerer Aussicht auf die Südseite. Doch davor standen 60 Meilen rough road mit allen Warnungen und Empfehlungen, die man sich erdenken kann. Von "genügend Wasser mitnehmen" über "planen Sie 2-3 Tage zusätzlich ein, falls sie unterwegs liegenbleiben" bis "zwei Ersatzräder Minimum". Da habe ich dann lieber verzichtet.
Somit endet der Tag heute mit dem Zusammenstellen der nötigen Wanderausrüstung für morgen und diesem Blogeintrag.



Johnsons Canyon International Airstrip...


Slot Canyon von oben


Nochmal auf der Cottonwood Canyon Road.

Kommentare:

Sebastian Schäffner hat gesagt…

Hallo Michael, lese jeden Tag deinen Blog und gefällt mir so gut. Schreibe weiter fleissig für die Daheimbleiber... Bisher waren es ja Naturwunder mit WOW-Effekt und coole Straßen (wie sehen die Bedingungen für den Mietwagen denn aus?), bin gespannt, ob du auch noch große Städte streifst.

LG Sebastian

Michael hat gesagt…

Ich weiss es nicht genau, was die Mietwagen betrifft. Früher dachte ich immer, da wo der Asphalt aufhört, endet auch der Versicherungsschutz. Aber diese Strassen, zB. die Cottonwood Canyon Road sind öffentliche Strassen und die Smokey Mountain Road (siehe vorherigen Eintrag) hat sogar eine US-Highway-Nummer.

Tine hat gesagt…

Bin ein wenig hinterher mit dem Lesen, aber trotzdem: ja Wahnsinn, dass du gezogen wurdest und auch gleich noch als Erster, da lohnt es sich ja jetzt wohl Lotto zu spielen :-).