03 August 2009

Los-Angeles-Rückschau

Und schon ist leider die Zeit in LA wieder vorbei, vor allem die gemeinsame Zeit mit Ben. Heute morgen habe ich ihn zum Flughafen gebracht, damit er von dort nach San Francisco fliegen konnte um am morgigen Montag wieder fleißig im Labor handwerken kann. Trotzdem verdient der Samstag noch ein wenig Aufmerksamkeit, denn er war ja so voll, dass ich am Abend nicht mehr so richtig in der Lage war, noch eine Zusammenfassung zustande zu bringen.
Da ich LA ja schon vom Vorjahr kannte, habe ich Ben vorgeschlagen, dass wir Samstag vormittag zum Getty Center rauffahren bzw. bis zu Tiefgarage und von dort in die museumseigene Monorail steigen und in die Berge von Brentwood hinaufahren. Der Jean Paul Getty hatte irgendwie zu viel Geld im Ölgeschäft verdient und wollte damit etwas Gutes tun. Eines, was dabei rauskam, war das Jean Paul Getty Museum, dass in einem Komplex hoch über Los Angeles thront und schon einerseits von weitem zu sehen ist, andererseits von der hektischen Welt da unten entrückt wurde. Deshalb kann man ja auch nicht mit dem Auto rauffahren, sondern muss sich selbst entrücken lassen (durch die Monorail) in eine Welt der Kunst und kunstvollen Architektur. Durch die Gebäude und Gärten könnte man den ganze Tag (Eintritt frei) streifen und endlos Fotos produzieren. Für uns kam das nicht in Frage, denn wir hatten uns noch anderes vorgenommen: das Hollywood Sign, der viel berühmtere Schriftzug in den Hügeln. Ein millionenfach abgelichtetes Motiv, von dem auch wir unsere eigenen Abzüge machen wollen.

Jean Paul Getty's Sonnenschirme.

Also runter von Getty's Bergmuseum und auf den Mulholland Drive, einer Straße, die immer entlang der Hügelketten führt, von denen der Großraum Los Angeles eingeschlossen ist. Irgendwann müßte die Straße ja auch mal an den Buchstaben vorbeiführen. So richtig informiert waren wir allerdings nicht, so dass es reiner Zufall war, dass wir an einem Scenic Overview vorbeikamen, von dem aus sich ein phantastischer Blick auf den Schriftzug bot. Vielleicht etwas weit entfernt, aber immerhin. Das Hollywood Sign wurde mal errichtet als Werbung für Landverkauf in den Hügeln, deshalb hieß es ursprünglich auch Hollywoodland. Film und Fernsehen haben dafür gesorgt, dass aus der bloßen Werbung eine Ikone wurde, besucht von Hunderttausenden. Und diese Leute müssen irgendwie zu den akzeptablen Aussichtspunkten geleitet werden, ehe sie auf eigene Faust durch die dem Sign nahegelegenen Wohngebiete fahren... Wir haben dann die Suche nach noch günstigeren Foto-Standorten ebenfalls eingestellt und sind ohne Zeitverzug in die Downtown von LA gefahren. Fototermin an der Disney Concert Hall. Das darf nicht fehlen. Dann durch das fast unbelebte Hochhausviertel in die historische Downtown, von der ich nicht wußte, dass es die überhaupt gibt. Hier allerdings ist ordentlich was los, wenn auch wir zwei als Mitteleuropäer ziemlich aufgefallen sind. Vorherrschende Sprache war hier spanische und die Leute sahen (bis auf uns beide) auch so aus. Mir war bei der ganzen Sache nicht ganz wohl, aber Ben blieb unbesorgt. Schön, er kann ja auch ganz nett mit den Leuten in Englisch und Spanisch sprechen...

Das Hollywood Sign

Am Abend wollten wir uns dann noch ein schönes Dinner gönnen, aber im Umkreis des Hotels gab es nur Systemgastronomie, um es mal vornehm auszudrücken. Also sind wir den ganzen Weg vom Hotel bis zum Ocean Frontwalk, 27 Straßenblöcke (!) runtergelaufen, um in das Geschäftszentrum von Santa Monica zu kommen, wo, so dachten wir, ja wohl irgendeine Gaststätte zu finden sein müsste. War es auch, allerdings waren nicht nur wir zwei auf diese gute Idee gekommen, sondern offenbar ganz Santa Monica und umliegende Kommunen. Rund um die 3. Straße tobte das Leben, Straßenkünstler, Krishna-Gruppen, offene Kneipen mit Freisitzen und tausende von Leuten waren unterwegs. Nach einigem Hin und Her haben wir uns dann für eine Sushi-Bar entschieden, das kannte Ben noch nicht. Essen wurde hier mit Stäbchen gereicht und das ist eine etwas knifflige Angelegenheit. Wir waren jedoch so fit, dass wir darauf verzichten konnten, die Sushirollen mit den Stäbchen aufzuspießen. Essen mit Stäbchen ist eine elegante Sache und Sushi ist ein wahnsinnig leckeres Essen, und so war der Abend ein schöner Abscluß für die Zeit in Los Angeles. Ein wenig unsicher war ich mir noch mit dem Flughafen, aber in einer Welt, die völlig auf den Individualverkehr ausgerichtet ist, ist auch dieses kein Problem. Wenn man erstmal die richtige Einfahrt zum Flughafen gefunden hat, dann muß man sich noch entscheiden, ob man zum Ankunfts-Terminal (Arrivals) oder zu den Abflugterminals (departures) will. In der Terminalstraße steht dann jeweils aufgeschrieben, welche Fluglinie an welcher Tür zu finden ist und am Ende der Runde geht es gleich wieder auf die Interstate-Autobahn. Einfacher gehts nicht.
Was ich mit dem Rest des Sonntags gemacht habe, steht dann im nächsten Beitrag.

Auch in Los Angeles schrauben sich die Wolkenkratzer in den Himmel...

02 August 2009

Aktiv urlauben...

Das kostet Kraft, Parkgebühren und viele Kilometer Fußweg. Die haben wir heute wieder hinter uns gebracht. Morgen ist die gemeinsame Zeit mit Ben dann schon vorbei. Ich bringe ihn zum Flughafen und schicke mich selber dann in die Wüste. Dort ist auch etwas mehr Zeit, die ganzen Los-Angeles-Erlebnisse nochmal schriftlich wiederzugeben. Heute war es einfach zu viel. Gute Nacht...

01 August 2009

Alles wird anders

Nun endlich hat sich ein Hotelangestellter gefunden, der Ahnung über seine Arbeit hat und uns Auskunft geben konnte, dass dieses Hotel gar kein wireless LAN hat, sondern der Zugang über Kabel erfolgt. Kann sowas nicht jeder Angestellte wissen? Ein Kabel hatte ich natürlich in der Tasche. So also ist nun ein vernünftiger Zugang zum Netz für den letzten Tag gesichert. Ben wartet noch darauf, dass der nächstgelegene Laden, der Briefmarken hat, aufmacht, das ist in ungefähr 20 Minuten soweit. So kann ich noch einen Blogbeitrag verfassen. Gestern also waren wir am Pazifik unterwegs. Mir war das Wasser zu kalt, deshalb wird nicht gebadet, aber eine Menge Leute hat das nicht abgeschreckt. Am Strand waren viele Schwimmer, Surfer unterwegs. Irgendwie scheint es auch die Zeit der Klassenfahrten zu sein, denn viele Kindergruppen habe die Santa Monica Pier besucht und sind dann auch baden gewesen (in eigens abgeteilten Strandabschnitten). Als Mitteleuropäer habe ich auch den richtigen Umgang mit der Sonne immer noch nicht gelernt und mir einen schönen Sonnenbrand abgeholt, insbesondere nachher auf dem Sunset und Hollywood Boulevard. Diese zwei Straßen verlaufen nun mal ziemlich genau und ost-westlicher Richtung und der Spätnachmittagssonne entkommt man nur schwer: entweder scheint sie direkt von vorn ins Gesicht, wenn man Richtung West läuft oder direkt in den Nacken, wenn man nach Osten läuft. Beides haben wir ausgiebig getan, um in diesem Jahr endlkich den Rock Walk zu finden, ein armseliger Kopie-Abklatsch der Betonfläsche am Graumann's Chines Theatre. Dort haben Filmstars ihre Hände eingedrückt, am Rock Walk ist dies für Rockstars vorgesehen. Das ganze sah ziemlich künstlich aus, die Platten hätten auch direkt aus einer Betonplatten-Fabrik kommen können. Aber was tut man nicht alles für Schwestern und deren Lieblingsband The Cure. Also Anne: Robert Smith hat eine Hand eingedrückt und die nachgemachte Unterschrift ist als Messingplatte eingelegt.
Der Hollywood Boulevard mit seinem Walk of Fame und dem Grauman's Theatre ist nach wie vor DIE Attraktion der Stadt. Tausende waren auch gestern unterwegs und am Star von Michael Jackson gab es sogar Blumen und Kerzen.
Nach einer Tagesleistung von bestimmt 15 Fußmarsch-Kilometern war ich dann noch auf Anraten meines welterfahrenen Bruder mit ihm mexikanisch Essen. Ich bin ja etwas wählerisch, wenn es um neues food geht, aber es hat gut geschmeckt und war gerade das richtige zum Abendessen. Auf dem Rückweg zum Auto haben wir im Liquor Store noch ein sixpack Bier gekauft, welches wir dann im Hotel brauchten. Dabei konnte ich gleich üben, wie man Flaschen ohne Flaschenöffner aubekommt. Heute morgen hat Ben den Flaschenöffner gefunden...

Die "Michael-Jackson-Gedenkstätte" am Hollywood Boulevard...

Verbindungen zur Aussenwelt

Los Angeles wird ja als eine der Weltstädte bezeichnet - speziell im Bereich Unterhaltung, Popkultur und Musik. Braucht der Reisende da eigentlich eine Verbindung nach Aussen, speziell über das Internet und speziell dann, wenn dies in der Hotelwerbung als zusätzlicher Service angepriesen wird? Die einen werden sagen, dass das gar nicht nötig ist, zu Hause sitzt man ja sowieso auch nur am PC und da braucht man das im Urlaub nicht auch noch und überhaupt. So jemand würde dann auch nicht merken, dass hier im ComfortInn-Hotel in Santa Monica der Internet-Zugang so schlecht ist, wie früher an meinem 56k-Modem. Und das reicht leider für Leute wie mich, die übers Internet Hotelbuchungen vornehmen und Reiseblogs schreiben, nicht aus. Also ist morgen früh erstmal eine Rückfrage an der reception fällig. Für die Zeit in Los Angeles sind deswegen wohl erstmal nur Kurzreports möglich. Glücklicherweise ist das aber nicht die Hauptsorge, die mich und Ben heute umgetrieben haben. Uns hat es heute früh gleich an den Ozean getrieben. Dazu brauchten wir nur den Santa Monica Boulevard runterlaufen. Allerdings war dieses Stück ca. 2 Meilen lang, amerikanische Großstädte sind eben so, wie sie heißen: groß. Am Ozean ging es dann ein Stück nach Süden, Besuch der Santa Monica Pier und weiter bis nach Venice Beach, wo die Muskelleute trainieren und in allen möglichen Geschäften alle möglichen zweifelhaften Waren vertickt werden. Nach Mittagessen und Rücklauf ging es dann noch mit dem Auto nach Hollywood, Walk of Fame und einiges von dem, was hier noch zu sehen ist. Etwas abgeschlafft und fertig ging es dann über die Highways von Los Angeles zurück zum Hotel und irgendwie habe ich den Eindruck, dass die Gelassenheit im kalifornischen Autoverkehr auch der Vergangenheit angehört. Darüberhinaus waren die Straßen randvoll mit Autos. Als Europäer kann man sich zwar verstopfte Hauptstraßen vorstellen, aber nicht so richtig vorstellbar ist eine ganze Millionenstadt, in der jeder Quadratmeter Asphalt jeder größeren Straße von Autos bedeckt sind. Soweit also mal für heute, irgendwann wird es sicher wieder bessere Internet-Zugänge geben, dann gibts auch Bilder.

31 Juli 2009

Ausgeschlafen in den Tag

Der gestrige Beitrag war ja wirklich ein bisschen knapp, aber tatsächlich machte sich bei mir eine starke Müdigkeit bemerkbar. Das ist ja auch kein Wunder, denn ich war da 24 Stunden ohne Schlaf unterwegs. Jetzt ist es 8 Uhr am Morgen, mein Bruder Ben putzt sich gerade die Zähne (wie vorbildlich) und gleich werden wir uns das continential breakfast reinziehen. Dabei beraten wir dann das weitere Vorgehen, denn schließlich machen wir Leistungsurlaub, da muß alles geplant und abgestimmt werden. Ich denke, wir werden nach dem Frühstück zur Santa Monica Pier runterlaufen und uns den Vormittag über den Pazifik anschauen. Mehr darüber gibts dann heute abend zu berichten. Wetter: neblig, 22° Celsius - typisches Wetter...

Die andere Seite der Welt

Absolut planmäßig landete heute der AirBerlin-Airbus mit mir in Los Angeles. Eigentlich war er sogar eine halbe Stunde zu früh da, aber deswegen war kein Gate frei, so dass auf dem Rollfeld diese Zeit wieder abgebummelt wurde. Da die Reise lang und der Schlaf kurz waren, möchte ich heute, am ersten Tag auch gar nicht so viel berichten. Nur soviel: nach den Einreiseformalitäten habe ich am Ausgang wie verabredet meinen Bruder getroffen, dann haben wir gemeinsam das Auto abgeholt, das Hotel bezogen und sind noch schnell 20 Meilen zum Griffith Observatory raufgefahren, um den Blick über das abendliche Los Angeles zu genießen. Morgen gehts dann etwas mehr zur Sache, aber für heute bin ich für alles zu müde.

17 Juli 2009

Wie die Zeit vergeht ...

Nun sind es noch genau zwei Wochen bis zum Abflug in den nächsten Urlaub in Amerika. Ein ganzes Jahr ist vergangen und ein halbes mit Reisevorbereitungen, die diesmal bei weitem nicht so gründlich waren, wie vor der 2008er-Reise. Alles wird sich irgendwie in den nächsten Tagen stauen, angefangen beim Studieren von Reiseliteratur über das Verfassen der Rundmail an Freunde und Verwandte bis hin zum Sachen packen und "Reste einkaufen", wie ich es nenne. Immerhin steht die Route fest, sind die Flugtickets gekauft, und das erste Hotel und das Auto angemietet. Start ist ja diesmal wieder in Los Angeles, wo ich mich für drei Tage mit meinem Bruder treffen werde, der gerade ebenfalls in Kalifornien ist, nur etwas länger als ich: zwei Jahre.
Die Route geht diesmal irgendwie durch den Südwesten, nebenbei werden die großen Sights abgeklappert: Death Valley, Las Vegas, Grand Canyon und wie sie alle heißen. Dann geht es von Denver mit dem Flugzeug noch für eine gemeinsame Abschlußwoche nach New York - mit meinem anderen Bruder, der dazu angereist kommt. Es wird also spannend und, so hoffe ich, erfolgreich. In diesem Sinne also wieder ein Leistungsurlaub. Hoffentlich fallen mir auch wieder schöne Texte für das Blog ein. Die Titelgrafik habe ich jedenfalls schonmal geändert.

04 Februar 2009

... Alles hat ein Anfang

Mit den Worten "Amerika, ich komme!" habe ich den letzten Blogeintrag der 2008er-Reise abgeschlossen. Das war ein Versprechen und das wird eingehalten. Für dieses Jahr ist wieder eine Reise geplant und mittlerweile auch gebucht. Mein Reisevorbereitungsblog ist somit auch wieder in Betrieb und hier zu finden. Wenn ich dann wieder unterwegs bin, werde ich die neuen Reiseberichte gleich hier auf dieser Seite einstellen, aber bis dahin dauert es noch ein paar Monate. Bleibt mir gewogen und schaut ab und an in das andere Blog, dann seht ihr, wie der Stand der Dinge ist. Oder klickt in den Flickr-Account (Bildergalerie ganz oben)!
Viele Grüße
Michael