| Hektik unterm Sternenhimmel: Unten die Interstate 80, oben die Milchstrasse. |
31 Juli 2014
Hektik unterm Sternenhimmel
29 Juli 2014
The Biggest Little City
Gestern bin ich ja von Ely am Ostrand Nevadas bis nach Reno gefahren, was bedeutet, dass man den Staat Nevada fast komplett durchquert, und zwar den nördlichen Teil. Das ist insofern wichtig, weil die überwiegende Anzahl der Bewohner sich auf den südlicheren Teil konzentrieren und die Leute im Norden auf ein paar Ortschaften verteilt sind, die eingestreut in den hügeligen und kargen Weiten dieses Bundesstaates liegen. Das hatte wiederum zur Folge, dass der Highway 50, der im Norden die Ost-West-Achse ist, zum Lonliest Highway in America ernannt wurde. Eine recht fragwürdige Ehre, die vor allem dazu geführt hat, dass eine ganze Menge Touristen und einige Fahrradfahrer sich diesen Highway zum Reiseziel gemacht haben. Somit wird er wohl über kurz oder lang seinen Status verlieren. Heute ist er aber noch ganz und gar nicht vergleichbar mit unserem mitteleuropäischen Strassen, denn die Verkehrsdichte tendiert tatsächlich gegen Null, das habe ich bei der Fahrt selbst erlebt. Die verläuft im wesentlichen so, dass man ungezählte Bergketten überwinden muss, die von ebensovielen ungezählten Tälern getrennt sind. Aber nicht so Täler wie bei uns zu Hause. Die hier sind ausgedehnte Senken, die gut und gerne mal 15-20 Kilometer breit sein können. Und die Strasse führt schnurgerade durch sie hindurch. Wenn man also oben von so einer Bergkette herunterkommt, sieht man auf der anderen Seite schon, wo die Strasse in die nächste wieder reinführt. Einfach gigantisch, diese Landschaften.
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| Fairview Mountain - Nevada Blau-Weiss... |
In Reno bin ich dann am frühen Nachmittag eingetroffen und konnte auch gleich in mein Hotelzimmer. Da in ganz Nevada das Glücksspiel erlaubt ist, gibt es auch hier Casino-Hotels und meines ist jetzt das "Eldorado", mitten in der Downtown. Allerdings ist Reno nicht Las Vegas und deshalb ist hier alles 3 bis 4 Nummern kleiner und ein paar Jahre unmoderner. Und letzteres heisst, dass es im Gesamten etwas so aussieht, wie in Las Vegas vor 30, 40 Jahren.
Das Casino im "Eldorado" wirkt irgendwie wie beigestellt, also sozusagen in der Hotellobby, weil da gerade noch viel Platz war. An den Decken sind 70er-Jahre-Umlauflichterketten installiert (aber als LED, somit doch wieder topmodern) und die Musik ist aus den 90ern: Runaway Train, von Soul Asylum - ein genialer Song.
Es gibt hier auch keine Computer-Dealerin an den Blackjack-Tischen und überhaupt: eine so grosse Ansammlung von Röhrenmonitoren an einem Ort habe ich echt lange nicht erlebt. Hier im Casino, an den Slot Machines sind sie alle versammelt.
Auch draussen vor der Türe sieht es etwas kleiner aus: der Reno-Strip, also die Hauptgeschäftsstrasse hat drei Fahrspuren. Überqueren zu Fuss ohne Ampel? Überhaupt kein Problem. Die Verkehrsdichte des Highway 50 scheint sich hier fortzusetzen. Manchmal kann man sich sogar mitten auf die Strasse stellen, um Fotos zu machen. Zum Beispiel von den Leuchtreklamen im Glühbirnen-Design. Wo hat man solches zuletzt gesehen, frage ich mich? Aber auch hier andererseits ganz zeitgemäss: Alle Lampen sind Energiesparlampen, man sehe ich staune.
Alles in Allem wirkt das ganze Retro doch aber sehr liebenswürdig bemüht, damit die Besucher ein bisschen Las-Vegas-Feeling spüren, wo sie doch hier auch viel billiger unterkommen (Übernachtung im Casino-Hotel für $59 ist ein guter Preis), wobei der Kampf gegen das Imperium im Süden natürlich ziemlich aussichtslos scheint. Deswegen musste auch noch eine irgendwie geartete Entschuldigung her, und die haben die Bewohner sich in ihrem Stadtmotto selbst gegeben: "The Biggest Little City in the World" - Die grösste Kleinstadt der Welt. Ich finde, das setzt genug ab von Las Vegas und macht Reno ganz symphatisch.
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| Das ist der "Strip" von Reno: Virginia Street. |
Das einzige, was hier genau gleich wie in Las Vegas ist, sind die Gewinnquoten bei den Glücksspielen. Da gibt es keinen Kleinstadt-Bonus oder sowas. Verloren wird hier wie dort nach der gleichen Statistik, bloss eben auf einem anderen Design-Niveau (eine andere Bezeichnung fällt mir gerade nicht ein).
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| Retro-Eldorado - Aber alle Lampen energiesparend. |
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| Grosse Kuppel. Und was drunter? Das will ich morgen noch herausbekommen |
28 Juli 2014
Reno Retro
27 Juli 2014
Lonely Rider
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| Treckerfahrer unterwegs... Weil die US-Verkehrsschilder so nett aussehen, habe ich angefangen, die zu sammeln. |
Heute war es allerdings nicht so warm und auch nicht sehr sonnig, dafür schwül und die Wolken kündigten das eine oder andere Wüstengewitter an. Letztere Beobachtung brachte dann auch meine Planung ins Wanken, denn die unbefestigten Strassen sind bei Regen unpassierbar: "Impassible when wet" steht als Warnung an den Einfahrten. Das heisst, wenn aus dem steinhart gebackenen Schlamm wieder Matsch wird, dann wickelt sich das Zeug um die Räder und nach kurzer Fahrt ist Schluss. Das Internet ist voll von entsprechenden Reiseberichten.
Also bin ich nur ein kleines Teilstück unpaved gefahren und dann wieder auf asphaltierte Strasse zurück. Von den Bergen, die ich anschliessend durchquert habe, konnte ich dann die Gewitter sehen und den Regen. Aber ein paar andere Fahrer haben sich nicht so abschrecken lassen und sind durch. Man kann das sehen, wenn auf den Linien, die die Strassen darstellen, die Staubwolken aufsteigen, ohne dass man das Fahrzeug sieht.
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| So sehen unbefestigte Strassen im trockenen Zustand aus. |
Abseits der Autobahnen und in den westlichen Teilen Utahs und den nördlichen Gegenden Nevadas ist man ansonsten so ziemlich allein unterwegs. Es gibt zwar zwischendurch immer mal wieder Landwirtschaften und auch Autos, aber es kann durchaus sein, dass man auch mal sprichwörtlich meilenweit keiner Menschenseele begegnet.
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| Ghost Town Lund. Immerhin ein Haus (nicht im Bild) ist noch bewohnt) |
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| Blau-Weiss über Utah. |
Angekommen bin ich dann schliesslich in Ely, einem Nest in Nevada
Für heute reicht's erstmal, morgen gehts dann weiter nach Reno.
| Ist doch Kacke, oder? 0.02 Mbps zum Bilderhochladen - und das im Jahr 2014... :( |
26 Juli 2014
Zion National Park Touristendrehscheibe
Es war nur eine kurze Fahrt. Gestartet bin ich in St. George, wo ich übernachtet habe und gestern abend noch den besten Hamburger zwischen Los Angeles und New York geniessen durfte. Nebenbei habe ich noch das Städtchen genauer kennengelernt, welches wunderhübsch herausgeputzt ist und das ich so noch gar nicht gesehen habe. Obwohl ich schon zweimal hier auf der Durchreise Halt gemacht habe, aber eben immer nur in Stadtrand-Hotels. Von St. George nach Las Vegas sind es knapp zwei Autostunden, was die Ortslage relativ attraktiv macht und dazu geführt hat, dass viele ältere Leute aus Utah jetzt hier wohnen. Was die wohl alle in Las Vegas wollen???
Der Zion Nationalpark, besser gesagt, Zion Canyon hat seinen Namen übrigens, wie vieles hier, von den Mormonen erhalten. Das Wort Zion aus dem Hebräischen steht für Zuflucht oder Heiligtum. Und davon brauchten die Mormonen in ihrer Anfangszeit eine ganze Menge, vor allem an Zufluchtsorten.
Heutzutage zieht das Gebiet pro Jahr über 2,6 Millionen Gäste an und ein ziemlicher Teil davon war auch heute da. Touristeninvasion pur. Die Strassen durch den Park verstopft mit Autos, die Leute laut und auch unanständig. Somit bin ich mit einer ziemlichen Ladung Frustration erstmal zum Mittagessen marschiert, danach ins Hotel und dann erstmal eine Schlafpause einlegen. Zu allem kommt hinzu, dass der Zion Nationalpark geografisch eine ganz blöde Position hat. Links, also gen Westen, war ich schon, bzw. komme ich her. Und rechts liegen die sagenhaften Landschaften Utahs. Aber: eine ganze Reihe davon habe ich schon besucht, für die anderen benötige ich ein anderes Auto und noch mehr Zeit. Andererseits ist es noch zu früh, um schon Richtung Endpunkt der Autotour aufzubrechen. Ich hätte also irgendwo unterwegs noch ein-zwei Tage länger bleiben sollen.
Nach einigem Kartenstudium und Hin und Her werde ich dennoch morgen nochmal in westliche Richtung aufbrechen und dann irgendwo in Nevada übernachten. Mal sehen, wo es mich hintreibt.
Im Visitor Center habe ich heute noch eine Karte von Utah mir allen Strassen erhalten, und da sind auch die gängigen unpaved roads eingezeichnet. Es könnte also sein, dass die nächsten Tage wieder etwas staubig werden.
Das Visitor Center in St. George war gestern übrigens geschlossen. Der 24. Juli ist in Utah Feiertag: Ankommen der ersten 143 mormonischen Siedler am Great Salt Lake und Gründung der Stadt Great Salt Lake City. Heutige Einwohnerzahl: 1.2 Mio in der Metropolregion. Für die Stadt werde ich mir am Ende des Trips noch ein paar Tage Zeit nehmen.
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| Im Zion National Park. Die Autos vor unter hinter mir im Stau sieht man gerade nicht. |
Heute konnte ich nun auch zum gestrigen Beitrag noch ein paar Bilder hinzufügen, also bitte da nochmal hinschauen.
25 Juli 2014
Deseret
Andererseits ist Utah der Mormonenstaat und ohne diese Leute wäre das Land wohl heute noch weitgehend unbesiedelt. Die Anhänger des Gründers Joseph Smith haben es auf sich genommen, Teile der Wüste urbar zu machen und in jede Wassersenke einen Weiler und in jeden Weiler eine Kirche zu stellen. Deswegen ist der mormonische Einfluss auch heute sehr gross in Utah. Ausser, dass sie den Namen ihres Landes - Deseret - nicht durchsetzen konnten, als sie der Union beitraten, bestimmen weitgehend Anhänger der LDS (Latter Day Saints) die Geschicke des Bundesstaates. Vielleicht dazu später noch mehr.
Gestern, am Mittwoch morgen, habe ich erstmal Goodbye Las Vegas sagen müssen. Meine drei Nächte im MGM Grand waren vorüber und das Hotelmanagement hat ganz subtil Druck auf mich ausgeübt, damit ich das Haus so schnell als möglich verlassen möge. Am Tag vorher, also am Dienstag, klopfte es an meiner Zimmertür, zufällig war ich gerade da. Der Hausdienst wollte die Minibar überprüfen. Ebenfalls am Dienstag bekam ich per email dezente Hinweise darauf, wie ich am unkompliziertesten den Check-Out machen könnte und welche Möglichkeiten ich hätte, um zum Flughafen zu gelangen. In der Nacht zum Mittwoch bekam ich dann ein Mail mit eingebettetem Link zur Checkout-Webseite. Natürlich nur in meinem eigenen Interesse, damit alles schnell und unkompliziert geht. Ach so, die Minibar: die ist mit Sensoren ausgestattet und jede Entnahme wird automatisch auf die Rechnung gesetzt. Und das beste: eigene mitgebrachte Flaschen etc. in den Kühlschrank gelegt, bekommt der Sensor auch mit und verrechnet dafür 50 Dollar Gebühr! Da fällt mir kein Kommentar mehr zu ein.
Also schnell weg und wieder raus in die Wüste. Mein kurzer Beitrag von gestern hat ja schon gezeigt, wohin ich gefahren bin. Nach 2009 und 2010 ging es wieder ins Death Valley, diesmal mit einer Übernachtung vor Ort, im Furnace Creek Inn, ein wunderhübsches Club-Hotel mit alten Möbeln und noch älteren Wasserhähnen in einer kleinen Oase. Es riecht alles etwas sonderbar, so wie damals in Tansania in den Dschungel-Gästehäusern: eine Mischung aus Sand und Fledermaus-Pipi. Die müssen da unbedingt etwas tun, sonst fällt ihnen die Butze über dem Kopf zusammen, denn gerade letzteres ist sehr agressives Zeugs. Aber sonst: prima. Und mitten in der Wüste ist es des Nachts auch noch so dunkel, dass sich nach Sonnenuntergang ein fantastischer Sternenhimmel über der Wüste wölbt. Ich muss sagen, so etwas habe ich noch nie gesehen. Das ganze Milchstrassenband quer über das Himmelszelt - einfach wunderschön.
Somit konnte ich zudem mein neu erworbenes und mitgeschlepptes Stativ zum Einsatz bringen und meine ersten Versuche in der Astro-Fotografie wagen. Ganz weit draussen auf einem Parkplatz, in völliger Dunkelheit. Ich gestehe, ich hab ab und zu die Taschenlampe angemacht und nachgesehen, ob sich nicht inzwischen eine Schlange oder so herangemacht hat. Oder der Koyote, der am Nachmittag auf dem Parkplatz am Besucherzentrum herumschlich... es soll ja so viele böse Tiere geben...
| Hier nochmal der Nachthimmel, das Bild von gestern. |
Nach der Fotoaktion (siehe Bild von gestern) und einer gut klimatisierten Nacht im Hotel ging es dann heute weiter Richtung Osten nach St. George in Utah. Nochmal vorbei an Las Vegas und ein kurzes Stück durch Arizona. Von hier aus geht es morgen weiter zum Zion Nationalpark, den ich nun auch endlich mal besuchen will.
Die Route aus dem Death Valley heraus führte mich heute über einen Ort names Beatty, der am nordöstlichen Rand des Parks liegt. Hier gibt es eine ganze Reihe einfacher Hotels mit allem, was nötig ist. Beworben werden vor allem Mitarbeiter grosser Automobilkonzerne. Die testen hier im Death Valley ihre Prototypen (Erlkönige). Da ich heute morgen schon recht früh unterwegs war und gegen 10 Uhr den Park verlassen habe, konnte ich mir die Kolonnen anschauen, wie sie mir entgegenkamen: mit Folie abgeklebte Fahrzeuge vor allem deutscher Hersteller: Mercedes, BMW, VW und das jeweilige Begleitkommando mit Kleinbussen und Anhängern mit Ausrüstung.
Im Death Valley ist übrigens alles extrem: angefangen bei den Temperaturen bis zum Beutel mit Eis, der hier knapp 5 Dollar kostet.
| Ich glaube, die Liste der Extremitäten rechts soll als Entschuldigung für den unverschämten Preis für einen Beutel Eis dienen. Der kostet nämlich sonst um die $1.50... |
(Ich kann leider zur Zeit keine weiteren Fotos hochladen, der Internet-Zugang im Hotel ist am Zusammenbrechen. Bei sowas gibts dann von mir entsprechende Kommentare in den Bewertungsseiten im Internet. Wir schreiben nämlich das Jahr 2014...)
Jetzt klappt es noch mit ein paar Bildern, allerdings in einem anderen Hotel:
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| So weit ist die Landschaft. |
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| Badwater (ca. 35 Meilen von diesem Schild entfernt) liegt ungefähr 85 Meter unter dem Meeresspiegel. Ab dieser Stelle würde man somit trockene Füsse behalten, wenn es mal durchsickert... |
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| Goodbye Death Valley - Welcome to Nevada. Was die Leute davon halten, sieht man ja an den Einschusslöchern. Ganz im Gegensatz zu dem Schild rechts... |
24 Juli 2014
Wieder draussen in der Wüste
23 Juli 2014
Nochmal Las Vegas
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| Das ist der Blick aus meinem Hotelzimmer. Im Hintergrund, Richtung Westen, die Wüste, die ich morgen nochmal besuche. |
Viel wirklich Neues gibt es über Las Vegas auch nicht zu berichten. In den Casinos wird gespielt wie eh und je und die Hotels sind voll mit Feriengästen aus aller Welt. Was mir aufgefallen ist (und da weiss ich nicht, ob ich das jetzt erst wahrnehme, oder ob das schon länger so ist): die Rationalisierung schreitet voran. Wer z.B. im Casino spielt, verliert innerhalb ganz genau beschreibbarer - statistischer - Spannbreiten. Somit sind auch die Gewinne der Casinos festgelegt und die entstehen wohl durch die Spieleinsätze nach Abzug der Kosten. Hier dürften die Personalkosten der Dealer (das sind die Angestellten an den Roulette-Tischen usw.) zu Buche schlagen. Und jetzt setzt der Trend ein, dass diese personalintensiven Spiele, zum Beispiel Craps, mit 4 Angestellten pro Tisch, am Computer gespielt werden. Die Personen werden einfach auf Grossbildschirmen computergeneriert (oder ganz weggelassen, denn den Stickman braucht es nicht mehr), was zusätzlich noch den Vorteil hat, dass man sehr anmutig aussehende Damen erzeugen kann, gegenüber denen die realen Menschen an den Tischen recht alt aussehen - und auch sind. Die Computerfrau, knapp überm Spielermindestalter, braucht nicht angelernt oder gar ausbezahlt werden, zudem entfällt der ganze Umstand mit diesen Plastikchips (Jetons), denn gespielt wird mit Karte. Und die Spieler können ganz intim an ihren Monitoren (pro Platz einer) spielen, ohne dass jemand mitbekommt, ob und wieviel derjenige gerade gewinnt oder - meistens - verliert. Im Grunde genommen ist das wie im Online-Casino, bloss dass die Spieler real an einem Ort versammelt sind, unter den wachsamen Augen tausender Überwachungskameras. Und überhaupt ist das so auch viel besser, denn wer beschickt sein zu Hause schon mit reinem Sauerstoff gegen die Müdigkeit? Im Casino ist das Gang und Gäbe.
Was noch ganz nett ist, sind die Themen, nach denen einige Casino-Hotels aufgebaut sind. Vor zwei Jahren zum Beispiel war ich im Luxor, einer schwarzen Glaspyramide mit ursprünglich einem Alt-Ägypten-Thema. Heute war ich im "New York New York", welches der Ostküstenmetropole gewidmet ist. Im Erdgeschoss, rund um das Casino angeordnet sind einige "Strassenzüge" dem historischen New York nachempfunden, im Massstab etwas kleiner, aber sehr detailgetreu, bis hin zu den typischen Parkverbotsschildern ("Dieses Schild muss erst noch entziffert werden") oder dem abwechselnden Strassenbelag: Kopfsteinpflaster mit drübergekippten Asphalt. Echt, so habe ich NYC selbst schon erlebt und die Architekten scheinen sich das am Original ziemlich genau angeschaut zu haben.
Besonders krass ist es im "Paris Las Vegas", das sich ganz dem französischen Thema widmet. Oder dem, was die Amerikaner für französisch halten. Denn man kann leidlich davon ausgehen, das 95% der hier anwesenden US-Amerikaner noch nie im Ausland waren, geschweige den in einer französischen Kleinstadt. Um diesen Fehlbestand auszugleichen, kann man durch einige französisch anmutende Gassen laufen, französische Strassenschilder lesen, die natürlich keine grossen Hürden aufbauen, wenn es darum geht, die Richtung zum Casino zu weisen. Zum Glück sind die Wörter im Englischen ja so ähnlich und ein vorgesetztes "L" reicht schon aus. Blöd wird's nur bei Wörtern wie "Self Parking". Das bleibt besser im Englischen Original auf dem ansonsten französischen Wegweisern. Krank, oder? Schön ist auch der Abendhimmel mit den Lüftungsschächten im Firmament...
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| Self Parking auf Französisch? Ach nein, lieber doch nicht. |
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| Eine abendliche französische Kleinstadt. Oder das, was sich der Amerikaner darunter vorzustellen hat. Man beachte den gut belüfteten Abendhimmel... |
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| Nochmal die Kleinstadt. (Sieht aus, als ob es gerade geregnet hatte) |
Nein, nichts liegt mir ferner, als diese Themenhotels oder überhaupt Las Vegas als Touristenattraktion schlechtzumachen. Es macht nämlich wirklich Spass, hier durchzulaufen, die Atmosphäre zu geniessen und sich auch mal ein Glas Wein "in Frankreich" zu genehmigen. Ich würde jederzeit wieder herkommen.
Übrigens, das Wetter: ganz nach meinem Geschmack: heute waren 42° C, strahlender Sonnenschein. Wenn es zu warm wird (und das wird es irgendwann): einfach in das nächste Geschäft, Hotelcasino usw. reingehen zum Abkühlen. So funktioniert die Ferienfabrik Las Vegas, zu deutsch übrigens: die Auen.
Und noch etwas zum Spielen (gambling): kurz gesagt: die Bank gewinnt immer. Statistisch gesehen sowie von den Casinos optimiert, hat der gemeine Spieler keine Chance, auf Dauer zu gewinnen. Und wenn doch, dann verliert eben der nächste. Anders würden diese Betriebskonzepte Hotel-Casino ja auch gar nicht funktionieren, wie man leicht einsehen muss. Und wehe, wer sich nicht an die Regeln hält. Der fliegt kurzerhand raus, denn einen Gewinner kann sich keine Spielhölle auf Dauer leisten. Deswegen sind alle Spiel-Attraktionen untereinander, miteinander und über Kreuz verbunden und verkabelt, sogar landesweit. Jeder Querschläger wird da sogleich rausgefiltert, der Spieler auf dem Monitor herangezoomt (Stichwort Gesichtserkennung) und genauestens beobachtet. Anders kann ich's mir nicht vorstellen. Und selbst der Security-super trust an der Spitze, das wird in Zukunft der Computer sein, der dann nur noch die Kleiderschränke losschickt, die jeden Auffälligen hinauskomplimentieren. Schöne neue Welt.
Hier noch einige weiterführende Informationen zum Gambling. (Der Link ist leider nicht mehr gültig)


















