Samstag, 2. August 2008

Das Goldene Tor

Mal ehrlich, wer träumte nicht schon immer davon, einmal das Golden Gate zu Fuß zu überschreiten - über die Golden Gate Bridge?
Ich habe es heute getan. Nach einer halbstündigen Anfahrt zuerst über die Brücke gefahren, dann auf den Besucherparkplatz und dann zu Fuß zurück in Richtung San Francisco. Links die Skyline und die Bay Area, rechts die sechsspurige Autobahn, dahinter ist die nächste Station erst wieder Tokio. Ich kann nur sagen: das sollte sich jeder mal "reinziehen", weil es einfach fantastisch ist. Einziger Wermutstropfen: Ich habe die falsche Tageszeit gewählt und bin gleich morgens hingefahren. Nachmittags und abends ist es mit der Sonne im Westen, dass heißt mit Sonnenschein auf die Brücke und die Stadt sicher noch etwas schöner, aber man kann sich sowas ja auch für später aufheben (nicht wahr, Ben?). Nach dem Marsch über die Brücke, gemeinsam mit tausenden von Touristen, die alle auch die falsche Zeit gewählt haben nebst etlichen Joggern, bin ich noch auf die Hügel raufgefahren. Von hier aus wird das ganze Außmaß, die schiere Unendlichkeit einer amerikanischen Metropolregion erst so richtig deutlich.

Die Golden Gate Bridge. Im Hintergrund San Francisco

Wer glaubt, dass man mal eben schnell von Downtown zur Bridge laufen könne, sieht sich vor einem mindestens 10 Kilometer langen Fußmarsch, und dabei ist es doch alles eine Stadt und schon die Brücke ist so gewaltig: Länge: 2.737 Meter, längste Stützweite: 1.280 m, Höhe 227 Meter. Untendurch fahren die Segelboote, Frachter, Tanker, Passagierschiffe in die Häfen Oakland und San Francisco und für Touristen gibt es Hubschrauberrund- und Brückendrunterdurchflüge. Unglaublich, aber wahr.

Ist hier die Farbe drin? 22.000 Liter davon werden jährlich für Neuanstriche verbraucht

Irgendwann mußte ich aber auch das Golden Gate wieder verlassen und bin nochmals in das Zentrum hingefahren, an den Union Square, der Treffpunkt für kaufwillige Einheimische und Touristen. In San Francisco gibt es übrigens vier Arten von öffentlichem Personennahverkehr (diese Wortkombination kann nur aus dem Deutschen entspringen): Busse, O-Busse, Straßenbahn und die berühmten Cable Cars. Letztere sind eher ein Überbleibsel, inzwischen zum Nationaldenkmal erhoben, was aber wahrscheinlich nur touristisch-ökonomische Gründe hat. Denn für eine Fahrt mit dieser Bahn steht der allgemeine Touri gern mal zwei Stunden an der Drehscheibe am Ende der Powell Street, sieht zu, wie die Cars mit Muskelkraft umgedreht werden und steigt dann für eine Fahrt auf den offenen Wagen, der dann bimmelnd und ratternd die Straße hinaufgezogen wird - an dem Kabeln angeklammert, das im Untergrund entlangführt.
Ich habe auf eine solche Fahrt verzichtet, es bleibt offen für die eventuell stattfindende nächste Reise.

Cable-Car-Drehscheibe: gleich wird der Wagen auf das linke Gleis geschoben und die Passagiere können aufsteigen.

So werde ich also höchst unvollkommen San Francisco morgen verlassen müssen, weiter auf dem Weg nach Norden.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Schade, selbst auf dem Foto kann man sich die Golden Gate nicht vorstellen. Sieht auch da so klein aus?!?!? Passierst du auch die Rocky Mountains. Freunde von Simone waren atemlos vor Staunen, als sie dort waren ..... Wir verfolgen weiter deine Route. Das Foto aus San Francisco ist ja wirklich "steil". Wie ist eigentlich der Spritpreis dort? Hier gehts langsam runter, aber auch das ist nur taktisches Geplänkel. Tagelang ging es centweise rauf und runter und dann blieb es letzte Woche konstant bei 1,40 für Diesel. Viel Spaß und gute Fahrt weiterhin. Grüße aus Berlin von Simone&Wolfgang